Mittwoch, 26. März 2008
Vom Hetzen & Ketzen, Exiltibanern & Exilkubetern
swift, 17:10h
Es scheint, als sei wieder eine Zeit angebrochen, in der gehetzt und geketzt wird. Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa, Lateinamerika, China. Tibet macht seit zwei Wochen auf sich aufmerksam. Wie in regelmäßigen Abständen dereinst die Exilkubaner gegen das Castro-Regime wetterten, unternehmen dies inzwischen ebenso einigermaßen auch die Exiltibeter. Exil ist immer schlecht. Kaum jemand verlässt gerne seine Heimat aus politischen Gründen. Dann heißt es nicht mehr Auswandern, sondern, klar, ins Exil gehen.
Interessanterweise beginnen die Exilanten dann im Ausland zu agitieren, bis die Polizei kommt. Exilkubaner in den Florida, USA, sind darin erprobt, bekommen aber nicht so auf die Mütze wie Exiltibeter in Kathmandu, Nepal. Es gibt also einen qualitativen Unterschied, was das angeht. Aber gibt es auch einen qualitativen Unterschied in Bezug auf das, was an politischen Forderungen realistisch erscheint?
Eher nicht. Exilkubaner wie Exiltibeter stellen beide seit ungefähr 50 Jahren Forderungen an ihre jeweiligen Regierungen. Während der Adressat auf Kuba immer personifiziert war - Castro -, hat er in China im Laufe der Jahrzehnte gewechselt. Von Mao Zedong zu Deng Xiaoping zu Hu Jintao, jedoch weniger personifiziert. Vielmehr auf die einer Körperschaft gleichkommende KP Chinas.
In beiden Fällen waren alle Forderungen und Proteste der Exilanten bisher erfolglos. Schon aus dem Grund, weil man sich bisher nur von außen mit den Regierungen besagter Länder anlegte.
Ein Regimewechsel von außen hat ohne militärisches Eingreifen in der jüngeren Weltgeschichte noch nie funktioniert. Die letzten - ohne demokratische Wahlen zu Stande gekommenen - Veränderungen, sozusagen Revolutionen, fanden im 20. Jahrhundert statt. In Mexiko, in Russland, in China, in Ostdeutschland (...). Sie alle entstanden im Innern, ganz gleich, ob sie von außen - finanziell - unterstützt worden waren.
So bleibt den Exilanten Hetzen und Ketzen als Alternative, von der sie tüchtig Gebrauch machen. Konzertierte Aktionen im Innern ohne einen vernünftigen, auch realisierbaren Plan waren und sind bisher weder in Kuba noch in Tibet in Sicht. Einfach mal rabaukenhaft demonstrieren, brandschatzen und mit Messern und Knüppeln durch die Straßen ziehen diente wohl in Tibet - und angrenzenden Provinzen - eher der Aufmerksamkeitserhaschung durch internationale Medien.
Respekt gebührt meiner Ansicht nach denen, die jetzt für einige Jahre einfahren. Andererseits: Was geschähe eigentlich, wenn China Tibet 'freigäbe'. Wäre die Region, die dann eine Nation bildete, überhaupt lebensfähig? Würden die Exilanten zurückkommen?
Es gibt auch Gegenstimmen aus Deutschland, die nicht in die allgemeine Betroffenheit einstimmen.
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Interessanterweise beginnen die Exilanten dann im Ausland zu agitieren, bis die Polizei kommt. Exilkubaner in den Florida, USA, sind darin erprobt, bekommen aber nicht so auf die Mütze wie Exiltibeter in Kathmandu, Nepal. Es gibt also einen qualitativen Unterschied, was das angeht. Aber gibt es auch einen qualitativen Unterschied in Bezug auf das, was an politischen Forderungen realistisch erscheint?
Eher nicht. Exilkubaner wie Exiltibeter stellen beide seit ungefähr 50 Jahren Forderungen an ihre jeweiligen Regierungen. Während der Adressat auf Kuba immer personifiziert war - Castro -, hat er in China im Laufe der Jahrzehnte gewechselt. Von Mao Zedong zu Deng Xiaoping zu Hu Jintao, jedoch weniger personifiziert. Vielmehr auf die einer Körperschaft gleichkommende KP Chinas.
In beiden Fällen waren alle Forderungen und Proteste der Exilanten bisher erfolglos. Schon aus dem Grund, weil man sich bisher nur von außen mit den Regierungen besagter Länder anlegte.
Ein Regimewechsel von außen hat ohne militärisches Eingreifen in der jüngeren Weltgeschichte noch nie funktioniert. Die letzten - ohne demokratische Wahlen zu Stande gekommenen - Veränderungen, sozusagen Revolutionen, fanden im 20. Jahrhundert statt. In Mexiko, in Russland, in China, in Ostdeutschland (...). Sie alle entstanden im Innern, ganz gleich, ob sie von außen - finanziell - unterstützt worden waren.
So bleibt den Exilanten Hetzen und Ketzen als Alternative, von der sie tüchtig Gebrauch machen. Konzertierte Aktionen im Innern ohne einen vernünftigen, auch realisierbaren Plan waren und sind bisher weder in Kuba noch in Tibet in Sicht. Einfach mal rabaukenhaft demonstrieren, brandschatzen und mit Messern und Knüppeln durch die Straßen ziehen diente wohl in Tibet - und angrenzenden Provinzen - eher der Aufmerksamkeitserhaschung durch internationale Medien.
Respekt gebührt meiner Ansicht nach denen, die jetzt für einige Jahre einfahren. Andererseits: Was geschähe eigentlich, wenn China Tibet 'freigäbe'. Wäre die Region, die dann eine Nation bildete, überhaupt lebensfähig? Würden die Exilanten zurückkommen?
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